Social Media im Verlag: Setup von Heike Schmidt (UTB)

Die Kommission Digitale Kommunikation befasst sich mit neuen Möglichkeiten und veränderten Aufgaben durch Social Media, Web 2.0 und Cloud Computing, den Veränderungen für die Verlagskommunikation sowie neuen Arbeitsformen und Berufsbildern. Mit unserer Serie Social Media im Verlag: Setup von … geben Mitglieder aus der Kommission Digitale Kommunikation Einblick in ihren Werkzeugkasten fürs Social Web – inspiriert von den Social Media Setups im Blog von Karsten Sauer.

Heike Schmidt, seit 10 Jahren beim Wissenschafts-Verlag UTB. Studiert habe ich Buch- und Literaturwissenschaft. Nachdem ich 2005 bei UTB das Dozentenmarketing aufgebaut habe, betreue ich heute in meiner 50%igen Arbeitszeit die Bereiche Autorenservice bzw. -marketing, Social Media und derzeit noch unsere Lernplattform. Den Social Media-Bereich teile ich mir mit meiner Kollegin aus der PR – eine Lösung wie aus dem Lehrbuch, ein Hand-in-Hand von Marketing und PR.

Heike Schmidt in Aktion!

Welche Tools und Plattformen nutzt Ihr? Und wofür?
Es begann etwa 2009…
Wir machten uns einige Gedanken, wo unser Platz in der entstehenden Social-Media-Welt sein könnte. Damals war z.B. StudiVZ ja durchaus noch ein Thema. Schlussendlich entschlossen wir uns dann, zunächst mit Twitter zu beginnen. Nach anfänglichem trial und error stand bald die Strategie, die bis heute gut funktioniert: Wir informieren über Hochschulnews. Das bedeutet, wir scannen als Service für unsere Kunden die Hochschulwelt und verlinken die interessantesten Beiträge. Eine Retweet-Strategie, die uns ermöglicht, ohne eine eigene „Redaktion“ und allzu großen zeitlichen Aufwand etwas Imagepflege zu betreiben. Die Message: wir produzieren nicht „blind“ Bücher in die Hochschulwelt hinein, sondern beschäftigen uns mit den Themen (z.B. Bologna) und setzen unsere Kenntnisse ein, um unsere Lehrbücher möglichst optimal auf die Situation der Studierenden und Lehrenden zuzuschneiden.

Mit der neuen Homepage kam dann 2010 die Verlagsseite auf Facebook facebook.com/UTBStuttgart – wir nutzen sie, um mit Interessenten aller Art über alles rund um den Verlag zu interagieren.
Studenten versuchen wir seit einiger Zeit auf facebook.com/Studiertier eine „Heimat“ zu geben. Wir haben für diese Seite noch keine Werbung gemacht, deshalb ist die Fanzahl dort sehr gering. Wir freuen uns aber trotzdem über diese Seite, weil wir hier fast 100 % in der Zielgruppe sind.
Wir hatten bereits eine Anzahl an Aktionen auf unseren Social-Media-Kanälen laufen, mal für sich stehende, mal begleitender Art, mal kleinere Aktionen (z.B. zum Erscheinen eines Buches), mal größere „Semester“-Aktionen wie studium.utb.de/startseite/dein-studium-wort/.

Im Mai startete unsere aktuelle Aktion, bei der wir die Studierenden mit ihrer täglichen Situation mal wieder in den Blickpunkt rücken wollen. Allzu oft müssen sie im Zuge der Bachelorisierung nur mehr funktionieren – wir wollen wissen, wie sie das eigentlich alles schaffen: studieren, arbeiten, leben. Als Ergebnis wird es ein Plakat mit den „10 Geboten für ein unbeschwertes Studium“ geben, das in Buchhandlungen und einigen Hochschulen ausgehängt werden kann. Die „Gebote“ werden wir on- und offline sammeln…

Ich arbeite viel mit Google, weil ich dort vieles auf einen Blick habe: verwalte Google Alerts und verschiedene Seiten-Abos/Rss-Feeds über den Google Reader, auch die Ergebnisse unseres twingly-Accounts, mit dem ich beobachte, ob es Blogbeiträge über UTB gibt, laufen dort rein. Außerdem gibt es eine Google+-Unternehmensseite, wobei dort v.a. UTB-Inhalte, die wir ohnehin schon für andere Seiten aufbereitet haben, crossgepostet werden – dabei geht es uns vorrangig um Suchmaschinenoptimierung.
Fürs Monitoring behelfen wir uns im Moment mit verschiedenen kostenlosen Tools wie z.B. Crowdbooster (wo man auf einen Blick ganz gut sehen kann, welche Themen am besten ankommen). Die Daseinsberechtigung für unsere Social Media-Aktivitäten liefert v.a. Google Analytics, weil dort sichtbar ist, wie viel Traffic auf den UTB-Seiten (z.B. Shop) von den UTB-Social Media-Kanälen kommen und wie relevant sie im Vergleich mit anderen Besucher-Quellen sind.

Heike Schmidt auf einem der Bilder für die aktuelle Social Media-UTB-Aktion „Die 10 Gebote für ein unbeschwertes Studium“.

Wo seht Ihr die Vor- und Nachteile von Social Media für Euer Unternehmen?
Wir holen die Leute dort ab, wo sie sind. Neben dem imagebildenden Faktor, den Kontakten zu unserer Zielgruppe, der Sichtbarkeit ist das wichtig, was bei großen Fimen wie CocaCola Krisenprävention heißt. Die Leute reden über das, was die Firma macht. Wir sehen das und laden zur Diskussion ein – so kann ein fruchtbares Miteinander entstehen: wir profitieren von der Kritik der Leser und diese fühlen sich ernst und wahr genommen.
Der einzige Nachteil ist der zeitliche Aufwand. Einmal eingeführte Social Media Plattformen müssen regelmäßig gepflegt werden.

Was erreicht Ihr im Social Web für Euer Unternehmen?
Wir haben Freunde gewonnen! Nun ist zwar nicht jeder, der auf unserer Facebook-Präsenz „gefällt mir“ klickt, gleich ein Markenbotschafter, aber ein paar der „Fans“ interagieren regelmäßig und gern mit uns, fühlen sich dem Verlag verbunden. Wir haben auf einmal in verschiedenen deutschen Städten (nicht nur am Verlagsstandort) und für verschiedene Schwerpunkte gute Kontakte, die wir ansprechen können, wenn wir einen Studentenjob zu vergeben haben, eine Lesermeinung brauchen, Feedback aller Art, für Mitmach-Aktionen und Co..

Wie trennt Ihr Privates und Berufliches in Social Media?
Ich verstehe die Frage nicht. Im Ernst, ich habe den Verdacht, dass die Unterscheidung langsam obsolet ist. Das heißt nicht, dass ich zuhause permanent im Büro-Modus bin. Aber ich bin nicht schizophren, bin nur eine Person und die ist privat und beruflich sichtbar. Natürlich gibt es Abstufungen, wem man wie viel von der eigenen Person zeigt, aber die gibt es z.B. auch innerhalb des Privatlebens (vom Bekannten zur besten Freundin). Sie schlagen sich sowohl im echten Leben nieder, als auch im Social Web, wo ich z.B. bei Facebook und bei Google+ genau auswählen kann, wer wie viel von mir sieht.

Natürlich muss ich mir dessen bewusst sein, was von mir öffentlich sichtbar sein sollte – Fotos meines Sohnes poste ich z.B. nicht öffentlich. Und sicher ist durch mein privates Blog und meinen privaten Twitter-Account mehr von mir sichtbar, als das noch vor zwei Jahren der Fall war. Ich sehe das aber unter dem Aspekt der Authentizität.

Heike Schmidt

Euer Motto/Leitspruch/Philosophie für Social Media?
Wir haben endlich die Chance, mit unseren Kunden direkt zu sprechen – nutzen wir sie! Höflichkeit und Respekt helfen dabei ungemein.

Social Media Links von UTB

Twitter www.twitter.com/UTB_Stuttgart
Facebook https://www.facebook.com/UTBStuttgart
Und https://www.facebook.com/Studiertier
Google+ http://goplus.us/UTB

Kontakt: schmidt@utb-stuttgart.de

 

Weitere Social Media Setups:

Tina Pfeifer, Bastei Lübbe

Wolfgang Walz, Wiley-VCH

Steffen Meier, Ulmer Verlag

Frank Krings, Frankfurter Buchmesse

 

7 thoughts on “Social Media im Verlag: Setup von Heike Schmidt (UTB)

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